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[Der weibliche Psychopath: ein Überblick]

Die Forschung zur Psychopathie hat sich traditionell auf Männer konzentriert. Heute gibt es zahlreiche Belege dafür, dass die Störung auch bei Frauen vorkommt. Dennoch wird die Möglichkeit einer unveränderten Übertragung dieses Konzepts auf Frauen diskutiert, da es ursprünglich an männlichen Populationen entwickelt wurde. Aktuelle Forschungen haben keine großen geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Struktur der Störung festgestellt. Dennoch stellt man Unterschiede in der Prävalenzmessung und in der mittleren Punktzahl der Psychopathie nach den üblichen Diagnoseskalen fest. Die Prävalenzraten sind bei Frauen im Allgemeinen niedriger, und Männer scheinen bei den Psychopathie-Messungen höhere Mittelwerte zu erzielen. Darüber hinaus teilen Männer und Frauen die meisten zwischenmenschlichen und affektiven Merkmale sowie psychopathische Verhaltensweisen, aber sie können auf unterschiedliche Taktiken zurückgreifen, um die gleichen Ziele zu erreichen. In Anbetracht dieser Unterschiede spricht der Anstieg der weiblichen Kriminalität für die Notwendigkeit, das Konstrukt der Störung bei Frauen besser zu verstehen, die bereits mit größeren Stichproben erzielten Ergebnisse zu validieren und objektive und angepasste Bewertungsinstrumente zu entwickeln, um Rückfälle, institutionelle Strukturen und Behandlungsreaktionen zuverlässig vorherzusagen. Zweitens wäre es interessant, frühe Faktoren aufzuklären, die die Ausprägung der Störung beeinflussen, vorhersagen oder abmildern können, um ein präventives Ziel zu erreichen.

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