Menü Schließen

Die bärtigen Damen

rugosus9.jpg

In unserem Vorgarten haben wir ein fleißiges Nest von Pogonomyrmex rugosus Samen erntenden Ameisen. Das warme Wetter hat sie letzte Woche zum ersten Mal hervorgelockt, und ab und zu gehe ich hinaus, um zu sehen, was sie so treiben.

Pogonomyrmex ist griechisch für „Bärtige Ameise“ und wurde vor 150 Jahren vom österreichischen Myrmekologen Gustav Mayr nach dem dichten Haarkranz auf der Unterseite des Kopfes benannt. Entomologen bezeichnen diese allgegenwärtigen Wüsteninsekten liebevoll als „Pogos“. Wozu dient der Bart?

Es ist ein Bauwerkzeug, das besonders in trockenem, sandigem Klima hilfreich ist. Jeder, der schon einmal Sandburgen gebaut hat, kann bestätigen, dass trockener Sand nicht klumpt, sondern einfach auseinanderfällt. Im Gegensatz dazu ist feuchter Sand leicht zu transportieren. Die Körner kleben zusammen und können als großer Klumpen herumgetragen werden, so wie hier. Wüstenameisen haben die meiste Zeit des Jahres nicht den Luxus von nassem Sand. Sie mussten improvisieren, und das Ergebnis ist der Bart oder Psammophor. Dabei handelt es sich um ein kleines Körbchen an der Unterseite des Kopfes, das aus steifen Haaren besteht.

rugosus13.jpg

Auf der Rückseite haben wir eine andere Ameisenart, die kleinere P. desertorum. Wie die meisten Pogonomyrmex haben auch sie einen gut entwickelten Psammophor. Ich habe am Wochenende eine Reihe von Psammophoren-Aufnahmen gemacht, als die Arbeiterinnen fleißig Erdaushub aus ihrem Nest trugen. (Das war einfacher, als die groben Pflücker zu fotografieren. Der sanftere P. desertorum neigt viel, viel weniger dazu, neugierige Fotografen zu stechen, und ich kann Ihnen sagen, dass Pogo-Stiche sehr interessant und schmerzhaft sind).

desertorum6.jpg
desertorum4.jpg

Sehen Sie sich an, wie fest das Paket mit dem losen Sand unter dem Kopf gehalten wird. Das gleiche Foto, ausgeschnitten, zeigt, wie es funktioniert. The long hairs of the psammophore hold loose sand grains in place:

desertorum4a.jpg

Dumping the load:

desertorum2.jpg

And a quick clean before heading back into the nest:

desertorum5.jpg

All those bucketloads of sand add up. Here’s a mound made by a different species, the western harvester ant Pogonomyrmex occidentalis:

occidentalis3.jpg

What most intrigues me about psammophores is that lots of completely unrelated groups of desert ants have them. Apparently psammophores evolve at the drop of a hat, although this is perhaps not too surprising. Most ants already have hairs of some sort on the underside of the head. Antweb.org zeigt in seinen Galerien mehrere dieser anderen bärtigen Ameisen:

Dorymyrmex exsanguis
Pheidole psammophila
Messor lariversi
Myrmecocystus wheeleri

Inzidentell graben männliche Ameisen nicht. Diese Aufgabe ist den Weibchen vorbehalten, also sind es die Ameisendamen, die bärtig sind.

Tweet Share Google Plus Share Whatsapp reddit Save

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.