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Einführung in den Atlas Obscura Podcast

Wenn Sie von der Dendera-Glühbirne gehört haben und das berühmte Relief aus der Nähe sehen wollen, müssen Sie die unterirdische Krypta des Hathor-Tempels im Dendera-Tempelkomplex in Qena, Ägypten, besuchen. Wenn Sie auf der Suche nach einem atemberaubenden Erlebnis sind, sollten Sie sich diesen 2.000 Jahre alten Tempel nicht entgehen lassen.

Der Hathor-Tempel ist einer der am besten erhaltenen Tempel in ganz Ägypten. In der Anlage gibt es drei Tempel zu besichtigen: den Gebärtempel an der Vorderseite, den Isis-Tempel hinter dem Haupttempel und den Haupttempel, der Hathor gewidmet ist. Es gibt auch ein heiliges Becken, das man noch erkunden kann. Die Farben, die man in den Tempeln sieht, sind original und erstaunlich lebendig, wenn man bedenkt, dass das Innere einst von Beduinen und anderen Wüstenvölkern, die hier Asyl suchten, mit Ruß bedeckt war. Sie nutzten die Tempel als Unterkunft und entzündeten Feuer zum Kochen und Wärmen. Da die Tempelanlage früher zur Hälfte mit Wüstensand bedeckt war, konnte sich der Ruß leicht an der Spitze ansammeln. Um zu zeigen, wie viel Ruß gereinigt werden musste, wählten die Archäologen in jedem Tempel einen Streifen der Decke aus, der zum Vergleich mit Ruß bedeckt wurde. Die Beseitigung des Rußes und des Sandes, der die Tempel unter sich begrub, war eine mühsame Arbeit, die Jahre in Anspruch nahm.

Die Tempelanlage zeigt Einflüsse von ägyptischen, griechischen und römischen Herrschern. Auch eine koptisch-christliche Kirche befand sich einst auf dem Gelände in der Nähe des Geburtstempels. Der Haupttempel wurde von Ptolemäus XII. erbaut und von Königin Kleopatra VII. um 54 bis 20 v. Chr. fast fertiggestellt. Es gibt Hinweise auf Tempel und andere Strukturen, die bis auf 2500 v. Chr. zurückgehen.

Hathor ist die ägyptische Himmelsgöttin der sexuellen Liebe, der Fruchtbarkeit, der Musik und des Tanzes. Es heißt auch, sie sei die Göttin der Geburt und der Mutterschaft. Sie wird oft als das Gegenstück zu Horus dargestellt. Tatsächlich bedeutet Hathor übersetzt „Haus des Horus“. In der unterirdischen Krypta befindet sich an der gleichen Reliefwand wie die berühmte Glühbirne von Dendera (gleich rechts davon) die detaillierteste Darstellung von Horus, die bisher entdeckt wurde. Um in die Krypta zu gelangen, muss man eine Zeit lang auf Händen und Knien kriechen. Nun ja, vielleicht nicht kriechen, aber um in die Gruft zu gelangen, muss man eine steile Treppe hinuntergehen, sich umdrehen, auf die Knie gehen und rückwärts durchgehen, damit man sich nicht den Kopf stößt. Wenn Sie klein sind, ist das hilfreich.

Der Tempel ist ein wundersames Wunderwerk, das es zu erkunden gilt. Jeder der Räume ist so kunstvoll verziert wie das Große Vestibül, der vordere Raum am Haupteingang, der von 24 Säulen gesäumt wird. Die Decke des Großen Vestibüls ist eine Hommage an Nut (Newt), die Göttin des Himmels. Darüber hinaus gibt es Vorräume mit Krypten, Kapellen und ein Heiligtum. Auf jeder Seite des zweiten Vorraums befindet sich ein Korridor. Der Korridor, der zur Spitze des Tempels hinaufführt, ist eine Spirale, so wie ein Vogel aufsteigen würde, während der Korridor, der das Dach verlässt, ein gerader Weg nach unten ist, so wie ein Vogel im Sturzflug. Dies ist eine Hommage an Horus.

Auf der Spitze des Bauwerks befindet sich ein kleiner Tempel, der für Rituale zur Begrüßung der aufgehenden Sonne genutzt wurde, sowie eine weitere Vorkammer, die so genannte Kapelle des Osiris. Im Inneren dieser Kapelle befindet sich in einem der Räume ein einzigartiges Deckenrelief, der so genannte Dendera-Zodiakus. Es gilt als die einzige vollständige „Karte“ des altägyptischen Himmels. Das Exemplar im Hathor-Tempel ist jedoch eine Nachbildung. Der echte Dendera-Zodiakus ist im Louvre in Paris, Frankreich, ausgestellt.

Der Geburtstempel ist ebenfalls kunstvoll verziert, und Reliefs an der Seite stellen die Geburten von Göttern und ägyptischen Pharaonen dar. Er befindet sich im vorderen Teil der Anlage, gegenüber einer Ausstellung ehemaliger Statuen und Säulenteile, die bei Ausgrabungen gefunden wurden. Der Tempel der Göttin Isis befindet sich hinter dem Haupttempel in der Nähe des heiligen Beckens. Er ist klein und nicht so dekorativ, aber dennoch einen Blick wert.

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