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MedienfusionenComcast kauft DreamWorks Animation, um Disney Konkurrenz zu machen

Der Film „Shrek“ ist eine Verfilmung der MärchenMärchen, das von DreamWorks Animation produziert wurde, einem Studio, das von Jeffrey Katzenberg geleitet wird. Die eigentliche Witzfigur in dem Film ist die Walt Disney Company, die Herr Katzenberg 1994 im Streit verließ. Disneys kommerzielle Ausbeutung seiner Figuren in Liedern, Spielzeug und Themenparks ist seit langem ein leichtes Ziel für Satire. Disney wurde lange Zeit von der Branche beneidet. Es ist ein Reich, das Herr Katzenberg mit aufgebaut hat, aber nicht regieren durfte.

Jetzt hilft er beim Aufbau eines rivalisierenden Reiches. Am 28. April gab Comcast, die Muttergesellschaft von NBC Universal, bekannt, dass sie DreamWorks Animation für 3,8 Milliarden Dollar kaufen wird. Die DreamWorks-Aktionäre erhalten bei der Übernahme, die vorbehaltlich der Zustimmung der Aufsichtsbehörden bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll, 41 Dollar pro Aktie. Die Übernahme bringt die beliebten Franchises des Animationsstudios, darunter „Shrek“ und „Kung Fu Panda“, mit den Fernsehkanälen, Themenparks und dem Konsumgütergeschäft von NBC Universal zusammen.

Der Kauf zeigt, dass NBC Universal das einzige Unternehmen ist, das mit Disneys Portfolio an Franchises, Themenparks und Merchandising mithalten kann. Unter Bob Iger, der das Unternehmen seit 2005 leitet, hat Disney stark in Inhalte investiert und 2006 die Pixar Animation Studios, 2009 Marvel Entertainment und 2012 Lucasfilm gekauft. Die Ausgaben beliefen sich auf insgesamt 15,5 Milliarden Dollar, aber jede Immobilie ist als Teil von Disneys Monetarisierungsimperium wertvoller geworden. Die Marktkapitalisierung von Disney ist seit der Ankündigung des Kaufs von Pixar im Januar 2006 um mehr als 120 Milliarden Dollar auf heute 172 Milliarden Dollar gestiegen.

Der DreamWorks-Deal wird sich für Comcast wahrscheinlich nicht als ganz so magisch erweisen. Auf den ersten Blick mag die Übernahme vergleichsweise günstig erscheinen, da sie nur etwa die Hälfte des Preises von Pixar in Höhe von 7,4 Milliarden Dollar beträgt. Aber die Umstände sind etwas anders. Als Disney Pixar kaufte, befand sich das Unternehmen im Umbruch. Der Deal brachte nicht nur äußerst erfolgreiche Franchises wie „Toy Story“ mit sich, sondern auch visionäre Führungskräfte, die Disneys eigenes Animationsstudio, das zu einem Scherbenhaufen geworden war, wieder auf Vordermann brachten.

Im Gegensatz dazu liegen die größten Hits von DreamWorks schon eine Weile zurück. Der letzte „Shrek“-Film wurde 2010 veröffentlicht. Und NBC Universal hatte einen starken Lauf, der den Aktienkurs von Comcast in einer für Kabelunternehmen schwierigen Zeit stützte, in der es Bedenken wegen der Kabelabschaltung und des Wettbewerbs um Inhalte gibt. Blockbuster-Franchises wie „Jurassic World“ und „Furious 7“ haben dazu beigetragen, dass NBC Universal im vergangenen Jahr mit 2,4 Milliarden Dollar Einspielergebnis in den USA und 6,9 Milliarden Dollar weltweit zum führenden Hollywood-Studio aufgestiegen ist und Disney knapp geschlagen hat. Universal verfügt außerdem bereits über ein erfolgreiches Animationsgeschäft namens Illumination Entertainment. Unter der Leitung von Chris Meledandri hat es Blockbuster wie „Minions“ und die „Despicable Me“-Franchise hervorgebracht.

Herr Meledandri, nicht Herr Katzenberg, wird das neu kombinierte Animationsgeschäft leiten. Darin liegt mehr als nur ein wenig Ironie. Statt ein Studio zu kontrollieren, wird Katzenberg eine neue Abteilung namens DreamWorks New Media leiten. So wie er in den 1980er und frühen 1990er Jahren Disneys Animationsgeschäft mit Hits wie „Die kleine Meerjungfrau“ und „Der König der Löwen“ wiederbelebt hat, kann sich Katzenberg das Verdienst zuschreiben, DreamWorks Animation zu einem Konkurrenten aufgebaut zu haben, den Comcast unbedingt kaufen wollte. Doch obwohl er dabei geholfen hat, ein weiteres großes Königreich aufzubauen, kann er es immer noch nicht regieren.

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