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DISKUSSION

Syphilis ist eine der sexuell übertragbaren Infektionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass jedes Jahr fast 1,5 Millionen schwangere Frauen mit wahrscheinlich aktiver Syphilis infiziert sind und dass etwa die Hälfte der unbehandelten schwangeren Frauen während der Schwangerschaft einen ungünstigen Ausgang erleidet.1 Das vorgeburtliche Screening auf Syphilis bietet eine gute Gelegenheit, die Krankheit frühzeitig zu erkennen. Es hat sich gezeigt, dass diejenigen, die an der Schwangerenvorsorge teilgenommen haben, ohne dass ihnen ein Syphilistest angeboten wurde, einen ungünstigen Krankheitsverlauf hatten.2 In Malaysia wird ein vorgeburtlicher Screeningtest auf Syphilis durch einen nicht-treponemalen Serologietest beim ersten Besuch und anschließend in der 28. Schwangerschaftswoche empfohlen.3

Syphilis lässt sich in mehrere Stadien unterteilen: primäre, sekundäre, latente und tertiäre Syphilis. Die klinischen Manifestationen der Syphilis werden durch eine Schwangerschaft offenbar nicht verändert.4 Eine vertikale Übertragung kann zu jedem Zeitpunkt und in jedem Stadium der Syphilis erfolgen. Das Übertragungsrisiko korreliert mit dem Ausmaß des Vorhandenseins von Spirochäten im Blutkreislauf, so dass primäre und sekundäre Syphilis ein höheres Übertragungsrisiko bergen als latente und tertiäre Syphilis.5 Die Läsionen der primären Syphilis treten etwa drei Wochen nach dem Sexualkontakt auf und werden bei Frauen oft nicht erkannt, da sie asymptomatisch sein können.5 Aufgrund der erhobenen Anamnese befanden sich unsere beiden Fälle wahrscheinlich in einem frühen Stadium der Syphilis (primär, sekundär oder früh latent).

Die kongenitale Syphilis ist die verheerendste Komplikation der Syphilis in der Schwangerschaft. Die Manifestation der kongenitalen Syphilis hängt von vielen Faktoren ab: Schwangerschaftsalter, Stadium der mütterlichen Syphilis, mütterliche Behandlung und immunologische Reaktion des Fötus.5 Schwangerschaften, die durch Syphilis kompliziert sind, können zu intrauteriner Wachstumsrestriktion, nicht-immunem Hydrops fetalis, Totgeburt, Frühgeburt und Spontanabort führen4. In unseren Fällen wurden zwei unterschiedliche Fötusentwicklungen beobachtet. In Fall 1 wurden keine offensichtlichen klinischen Merkmale einer kongenitalen Syphilis festgestellt, während die Patientin in Fall 2 eine Totgeburt hatte.

Syphilis in der Schwangerschaft wird auf ähnliche Weise diagnostiziert wie in der nicht schwangeren Bevölkerung. Serologische Tests bleiben die Hauptstütze für die Diagnose, wobei die Tests in zwei Hauptkategorien unterteilt werden können, nämlich in nichttreponemale Tests (d.h. RPR, VDRL) und spezifische treponemale Antikörpertests. In unserem Labor verwenden wir RPR als Screening-Labortest für Syphilis, der durch einen Test auf Treponemenbasis, Syphilis IgM und IgG, bestätigt wird. Der vorgeburtliche Labortest auf Syphilis spielt eine wichtige Rolle für die Diagnose, da eindeutig nachgewiesen wurde, dass der Zeitpunkt der vorgeburtlichen Betreuung einen signifikanten Unterschied im Risiko eines negativen Ergebnisses aufgrund von Syphilis ausmacht.6 Ein hoher RPR-Titer zum Zeitpunkt der Diagnose ist mit einem erhöhten Risiko einer vertikalen Übertragung verbunden.7 Es ist auch offensichtlich, dass diejenigen, die bei einem nicht treponemalen Test anhaltend negativ sind, die Syphilis nicht vertikal übertragen.8 Eine frühzeitige Erkennung der Syphilis führt zu einer frühzeitigen Behandlung des Patienten, wodurch das Risiko einer kongenitalen Syphilis wie in Fall 1 verringert wird. In Fall 2 wurde die Diagnose der Syphilis gestellt, nachdem die Komplikationen aufgetreten waren.

Für die Behandlung der Syphilis in der Schwangerschaft ist ein multidisziplinärer Ansatz erforderlich, an dem Geburtshelfer und Kinderärzte beteiligt sind. Penicillin ist die Hauptstütze der Behandlung von Syphilis und wird entsprechend dem Syphilisstadium der Frau verabreicht.3,5,7 Die parenterale statt der oralen Behandlung ist der Weg der Wahl, da die Therapie überwacht wird und die Bioverfügbarkeit garantiert ist.5 Die Patientin in Fall 1 erhielt eine angemessene Behandlung entsprechend dem Syphilisstadium. Leider verweigerte der Patient in Fall 2 zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts die Behandlung. Neben Penicillin können auch andere Antibiotika zur Behandlung der Syphilis eingesetzt werden, wie Doxycyclin und Tetracyclin, die jedoch während der Schwangerschaft kontraindiziert sind.3 Nach der Syphilis-Diagnose sollten schwangere Frauen bis zur Entbindung monatlich klinisch und serologisch untersucht und danach wie nichtschwangere Patientinnen weiterbehandelt werden.3 Auch der Umgang mit dem Sexualpartner ist ein wichtiger Aspekt bei der Syphilis-Behandlung und -Prävention.3,7 In unseren beiden Fällen weigerten sich die Ehemänner jedoch, sich auf Syphilis untersuchen zu lassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Syphilis mit den verfügbaren, nicht teuren Tests leicht zu diagnostizieren ist. Syphilis kann mit einem wirksamen Medikament, Penicillin, behandelt werden, das auch zur Prävention der kongenitalen Syphilis eingesetzt wird. Dennoch stellt sie weltweit, auch in Malaysia, nach wie vor ein erhebliches Problem für die öffentliche Gesundheit dar. Auf allen Ebenen des Gesundheitswesens müssen Anstrengungen unternommen werden, um das Bewusstsein für das Ausmaß und die Schwere der Syphilis in der Schwangerschaft zu schärfen, unterstützt durch ein Engagement auf hoher Ebene.

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