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Prioritäten im Fokus – Personen- und familienzentrierte Pflege

September 2016

Das Thema: Personenzentrierte Pflege

Die personenzentrierte Pflege, die den Pflegebedürftigen als Individuum mit einzigartigen Bedürfnissen und Meinungen und nicht nur als kranken Patienten betrachtet, erfordert eine starke Partnerschaft zwischen Leistungserbringer und Patient, in der beide Seiten die Macht und Verantwortung für die klinische Entscheidungsfindung und das Pflegemanagement teilen. Patienten und Leistungserbringer müssen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Patienten Zugang zu geeigneten und leicht verständlichen Informationen und Hilfsmitteln haben, die ihnen helfen, ihre Gesundheit richtig zu verwalten. Studien haben gezeigt, dass Patienten, deren Versorgung nicht personenzentriert ist, eher dazu neigen, Gesundheitsleistungen übermäßig in Anspruch zu nehmen und sich seltener an die ihnen verordneten Versorgungspläne zu halten.

Eine Studie aus dem Jahr 2011 an Erwachsenen in Kalifornien nutzte ein Instrument zur Interaktionsanalyse, um die patientenzentrierte Primärversorgung zu charakterisieren, und stellte fest, dass Erwachsene, deren Versorgungsteam im Laufe des Jahres überdurchschnittlich viel patientenzentrierte Versorgung leistete, deutlich weniger jährliche Besuche bei Fachärzten, seltenere Krankenhausaufenthalte und weniger Labor- und Diagnosetests verzeichneten.1 Eine erfolgreiche personenzentrierte Versorgung bedeutet mehr als nur die erfolgreiche Durchführung der klinischen Versorgung; sie bedeutet auch, dass die Patienten ihre eigenen gewünschten Ergebnisse erreichen.

Eine Studie aus dem Jahr 2011 ergab, dass eine patientenzentrierte Primärversorgung zu einer geringeren Inanspruchnahme von Leistungen führen kann.

Die Lösung der Nationalen Qualitätsstrategie

Die Nationale Qualitätsstrategie ruft alle Beteiligten dazu auf, die personen- und familienzentrierte Versorgung im gesamten Gesundheitssystem zu fördern, indem sie sich auf drei langfristige Ziele konzentriert:

  • Verbesserung der Erfahrungen von Patienten, Familien und Pflegekräften mit der Versorgung in Bezug auf Qualität, Sicherheit und Zugang in allen Einrichtungen.
  • In Zusammenarbeit mit Patienten, Familien und Pflegekräften und unter Verwendung eines gemeinsamen Entscheidungsfindungsprozesses kultursensible und verständliche Pflegepläne entwickeln.
  • Patienten und ihre Familien und Pflegekräfte in die Lage versetzen, ihre Pflege angemessen und effektiv zu steuern, zu koordinieren und zu verwalten.

Die wiederholten Verweise des Affordable Care Act (ACA) auf Patientenzufriedenheit, Engagement und gemeinsame Entscheidungsfindung zementierten die Idee der patientenzentrierten Versorgung als Schlüsselkomponente bei der Bereitstellung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung in den Vereinigten Staaten. Neue Versorgungsmodelle, darunter auch patientenzentrierte medizinische Heime (PCMHs), sollen sicherstellen, dass die Behandlung der Patienten durch einen Hausarzt koordiniert wird, damit alle Menschen die von ihnen benötigte Versorgung in einer für sie verständlichen Form von einem Arzt ihres Vertrauens erhalten.2 PCMHs und andere Versorgungsmodelle bieten eine Versorgung, die sich leicht an individuelle und familiäre Umstände, unterschiedliche Kulturen, Sprachen, Behinderungen, Gesundheitskompetenz und soziale Hintergründe anpassen lässt und gleichzeitig Kosteneinsparungen ermöglicht. Eine im Januar 2014 veröffentlichte Überprüfung von 20 Studien über PCMHs ergab, dass 60 Prozent der PCMHs über Kostensenkungen oder eine Verringerung der Besuche in der Notaufnahme berichteten, und 30 Prozent berichteten über eine verbesserte Gesundheit der Bevölkerung.3

60 Prozent der patientenzentrierten medizinischen Heime berichten über Kostensenkungen.

Where We Are Now: 2015 Person-Centered Care Chartbook

Das 2015 National Healthcare Quality and Disparities Report Chartbook on Person-Centered Care zeigte eine starke Leistung bei Messungen der personen- und familienzentrierten Pflege. Achtundachtzig Prozent dieser Maßnahmen verbesserten sich, verglichen mit 60 Prozent aller im Bericht erfassten Qualitätsmaßnahmen, und keine der Maßnahmen zur personen- und familienzentrierten Pflege zeigte eine Verschlechterung der Qualität. Drei Maßnahmen erreichten eine Erfolgsquote von 95 Prozent: Kinder, die in den letzten 12 Monaten eine Arztpraxis oder Klinik aufgesucht haben, deren Gesundheitsdienstleister 1) manchmal oder nie aufmerksam zugehört haben, 2) manchmal oder nie Dinge so erklärt haben, dass sie oder ihre Eltern sie verstehen konnten, 3) und manchmal oder nie respektiert haben, was sie oder ihre Eltern zu sagen hatten.

Ein relevanter Maßstab für die personen- und familienzentrierte Versorgung ist der Prozentsatz der Patienten, die über eine schlechte Kommunikation mit ihrem Gesundheitsdienstleister berichteten, da eine optimale Gesundheitsversorgung eine gute Kommunikation zwischen Patienten und Anbietern voraussetzt. Von 2002 bis 2013 hat der Bericht festgestellt, dass der Prozentsatz der Erwachsenen, die eine schlechte Kommunikation mit Gesundheitsdienstleistern haben, für alle ethnischen Gruppen und alle Bildungsgruppen deutlich abgenommen hat.

Erwachsene, die in den letzten 12 Monaten eine Arztpraxis oder Klinik besucht haben und eine schlechte Kommunikation mit Gesundheitsdienstleistern haben, nach ethnischer Zugehörigkeit und Bildung, 2002-2013

Quelle: Agency for Healthcare Research and Quality, Medical Expenditure Panel Survey, 2002-2013.
Anmerkung: Für diese Maßnahme sind niedrigere Raten besser. Weiß und Schwarz sind nicht-hispanoamerikanisch. Hispanoamerikanisch schließt alle Rassen ein. Erwachsene, deren Gesundheitsdienstleister manchmal oder nie aufmerksam zuhörten, Dinge klar erklärten, respektierten, was sie zu sagen hatten, oder sich genug Zeit für sie nahmen, gelten als schlecht kommunizierend mit Gesundheitsdienstleistern.

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